Daran scheitern neu ernannte Führungskräfte
Neu ernannte Führungskräfte stehen vor drei zentralen Herausforderungen, an denen sie oft scheitern. Lesen Sie hier, wie sie erfolgreich sein werden.
Führungsstil anpassen
In den meisten Fällen übernehmen neue Führungskräfte eine Position von einem Vorgänger. Dessen individueller Führungsstil konnte autoritär, Laissez-faire oder stark partizipativ geprägt sein. Vielleicht sah er sich mehr als Coach denn als klassischer Vorgesetzter seiner Mitarbeiter.
Neue Führungskräfte treten oft mit hohen Ambitionen an und möchten das Beste aus allen Ansätzen vereinen: den Fokus stärker auf das Team als auf Hierarchien legen, Eigenverantwortung statt starrer Anweisungen fördern und Feedback statt blindem Gehorsam etablieren.
Hierbei lauert jedoch eine Gefahr: Mitarbeitende sind an bestimmte Führungsstile gewöhnt. Wer eine vollständige Anpassung an das neue Konzept einfordert, riskiert Widerstand, Demotivation und im schlimmsten Fall Kündigungen. Mitunter fällt das Team sogar in eine frühere Entwicklungsphase zurück – das sogenannte Storming. Ungewohnte Unruhe und Konflikte führen dann schnell zu Leistungseinbußen.
Die neue Führungskraft sollte daher behutsam vorgehen und die Mitarbeiter nicht überfordern. Besser ist es, wenn die neue Führungskraft sich anpasst, ihren eigenen Führungsstil entsprechend weiterentwickelt und Änderungen in einem angemessenen Tempo vornimmt.
Informelles Wissen aneignen
Oftmals funktionieren Arbeitsabläufe nur, weil die Mitwirkenden sich an nicht dokumentierte Regeln halten, sich gegenseitig vertrauen und sich wechselseitig unterstützen. Sie befolgen Berichtswege, die in keinem Organigramm auftauchen und vertrauen auf Netzwerke, die über Jahrzehnte gewachsen sind. All das ist für eine neue Führungskraft zunächst nicht transparent, kann aber in seiner Bedeutung kaum unterschätzt werden.
Der größte Fehler wäre, dieses informelle Wissen zu unterschätzen. Gewinnen Sie das Vertrauen der Menschen und lassen Sie sich in diese „Regelwerke“ einweihen. Auch wenn diese Strukturen nicht perfekt erscheinen mögen, tragen sie wesentlich zu einem reibungslosen Alltag bei. Veränderungen ohne fundiertes Verständnis sind riskant und können leicht zum Scheitern führen.
Defizite elegant beheben
Neue Führungskräfte übernehmen in der Regel nicht nur spannende Aufgaben und motivierte Mitarbeitende, sondern auch eine Reihe von „Baustellen“: ungelöste Probleme, fehlende Personalentwicklung, Investitionsstaus oder Engpässe bei Digitalisierung und Infrastruktur.
Die Herausforderung besteht darin, diese Defizite aufzuarbeiten, ohne den Eindruck zu erwecken, das bisherige Management habe versagt. Ein solcher Vorwurf könnte leicht als Ablenkungsmanöver oder Schwäche ausgelegt werden und die eigene Glaubwürdigkeit untergraben.
Zielführender ist es, notwendige Veränderungen klar zu priorisieren, strategisch zu planen und Schritt für Schritt umzusetzen. Entscheidend ist dabei eine Kommunikation, die Orientierung gibt, Perspektiven aufzeigt und die Belegschaft für die gemeinsame Zukunft begeistert.
Fazit
Neue Führungskräfte sind erfolgreich, wenn sie ihren Führungsstil behutsam anpassen, informelles Wissen nutzen und Defizite mit Fingerspitzengefühl beheben. Wer dabei strategisch und respektvoll vorgeht, gewinnt Vertrauen und schafft die Basis für nachhaltigen Erfolg.